Ein Buch über Hassans Leben

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Copyright © 2008 - 2017 Hassan

Inhaltsverzeichnis

  1. Hast du den Koran gelesen?
  2. Der Weg Allahs
  3. Der Weg des Sufi
  4. Die Zunahme des Aktivismus
  5. Die Islamia-Schule
  6. Sheikh Faisal
  7. Dienstag Nachmittag
  8. Offenbarung & Verstand
  9. Bombenanschläge in London
  10. Das Unreformierbare reformieren
  11. Religion
  12. Die Büchse der Pandora

Dies ist meine Geschichte. Ich habe sie als Selbsttherapie geschrieben, außerdem habe ich sie geschrieben, um zu versuchen mein Leben zu verstehen. Um zu verstehen warum ich bestimmte Wege gegangen bin, und warum ich zu bestimmten Schlussfolgerungen gelangt bin. Ich hoffe auch, dass es andere interessiert und aufklärt. Ich habe mich auf die frühen und späten Jahre konzentriert. Ich habe keine echten Namen benutzt, außer in wenigen Einzelfällen.

Vorwort

Mein Vater war Ägypter und meine Mutter Engländerin und ich habe 8 Brüder und Schwestern. Ich wurde als Muslim geboren, aber ich begann erst zu praktizieren als ich zwanzig und sehr fromm und engagiert wurde. Für die nächsten zwanzig Jahre diente der Islam als Anleitung für jeden Aspekt meines Lebens. Ich absolvierte ein B.A.-Studium in Arabistik und Islamwissenschaften an der Schule für Orientalistik und afrikanistische Studien, wo ich Präsident der „Islamischen Gesellschaft“ wurde. Nachdem ich von der Universität abgegangen bin, wurde ich zum Führer einer Da’wah-Gruppe im Norden Londons und gab ein islamisches Magazin mit dem Namen „The Clarion“ („Der Weckruf“) heraus. Ich schrieb vier Bücher für muslimische Kinder und verbrachte fünfzehn Jahre als Lehrer an der ‚Islamia School‘ – jene, die von Yusuf Islam (Cat Stevens) gegründet wurde. Doch zeitnah zu meinem 48. Geburtstag wusste ich, dass ich nicht mehr länger an den Islam glaubte. Hättet ihr mir vor ein paar Jahren erzählt, dass mir so etwas passieren würde, so hätte ich euch niemals geglaubt und hätte außerdem hinzugefügt, dass kein ‚wahrer‘ Muslim jemals den Islam ablehnen würde, nachdem er die Süße des Iman (Glaubens) gekostet hat. Niemand, der in die Schönheit des Koran eingetaucht war und seine Weisheit verstand, könnte jemals leugnen, dass es das Wort Gottes ist. Hätte jemand so etwas behauptet, so hätte ich ihm instinktiv misstraut und gegen seine Motive Verdacht geschöpft. Doch es ist erstaunlich wie sich Wahrnehmungen ändern können und wie Dinge, die ich früher als unvorstellbar erachtete, jetzt vollkommen vernünftig erscheinen. Natürlich erfolgte dieser Wandel nicht von heute auf morgen. Es begann vor ein paar Jahren, als ich anfing meine Ansichten zu hinterfragen, die ich seit Langem als selbstverständlich ansah, und als ich anfing den Islam im neuen Lichte zu betrachten.

Immer mehr Zweifel schlichen sich nach und nach ein. Anfangs versuchte ich sie zu unterdrücken und reagierte auf Kritik gegen den Islam mit Verleugnung, Zorn und Vorwürfen. Ich leugnete, dass etwas nicht stimmte, war Kritik gegenüber überempfindlich und beschuldigte den Westen provokant zu sein und Probleme zu verursachen. Als ich schließlich akzeptierte, dass Muslime Verantwortung für ihre Probleme tragen mussten, konnte ich dennoch nicht akzeptieren, dass der Islam selbst verantwortlich zu machen war. Die Art und Weise, in der der Islam interpretiert wurde, war das Problem. Ich begann für eine Neuinterpretation und für die Reform von traditionellen Ansichten zu argumentieren, aber anstatt mein Gewissen zu erleichtern, hebte dies nur die Zwecklosigkeit und Unaufrichtigkeit dieser Ansichten hervor. Schlussendlich versuchte ich mir selbst einzureden, dass, obwohl es meinem rationalen Verstand schwer fiel bestimmte Dinge im Islam zu glauben, es Erklärungen jenseits meiner Verständnisfähigkeit geben muss, und dass ‚Gott es am besten weiß‘. Die sicherste und weiseste Wahl war an ‚Allahs Seil festzuhalten‘. Ich dachte, ich hatte nichts zu verlieren und alles zu gewinnen, indem ich ein Gläubiger blieb. Also lebte ich den Alltag eines ‚guten‘ Muslims, in der Hoffnung, dass mein Glaube zurückkehren würde. Doch dieser Schein machte mich nur depressiv und ich verlor jegliche Motivation. Das Problem ist, dass man sich das Glauben nicht aussuchen kann. Entweder man glaubt oder nicht, und wenn es einen Gott gibt, dann wäre das letzte, was er von mir wollen würde, dass ich zum Schein etwas glaube, was ich nicht glauben konnte. Es war eine riesige Erleichterung als ich mir endlich eingestand, dass ich an den Islam nicht mehr glaubte.

Doch die Tatsache, dass ich nicht mehr an den Islam glaube, bedeutet nicht, dass ich auf einmal zum Islamhasser geworden bin. Ich weiß, dass der Islam dem Leben einer Unzahl von Menschen sehr viel Hilfe, Trost und gute Werte bringt. Ich weiß, dass die meisten Muslime gute und anständige Leute sind. Wie könnte ich jemals Muslime hassen, wenn meine Familie doch muslimisch ist? Wenn ich mit meinen älteren Kindern darüber spreche, was ich denke, so erzähle ich ihnen, dass sie für sich selbst herausfinden müssen, was sie glauben, und wenn sie sich als Muslime glücklich fühlen, dann soll es so sein. Ich empfinde es sicherlich nicht als Notwendigkeit, meine eigenen Ansichten bezüglich Gott und Religion weiterzugeben – etwas, wozu ich mich verpflichtet fühlte, als ich Muslim war.

Während ich nicht daran glaube, anderen zu sagen was sie glauben sollen, denke ich, dass man den Mut haben sollte die Ansichten ehrlich zu prüfen, die essentiell für das eigene Leben sind und die eigenen Taten leiten. Wenn man wirklich mit ihnen zufrieden ist, dann sollte man sie vollständig mit Herz und Verstand annehmen, aber wenn sie der genauen Prüfung nicht standhalten, dann sollte man sie verwerfen. Das Leben ist zu kurz, um es von Ansichten diktieren zu lassen, an die man nicht aufrichtig glaubt.

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