BerberEllas Geschichte

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Inhaltsverzeichnis


Kindheit

Ich wurde als das zweite, weibliche Kind eines Mannes geboren, der sich nichts sehnlicher als einen Sohn wünschte. Ein Mann so gebunden an partriarchalische Gesetze, dass er es nicht für nötig hielt mich im Hospital zu besuchen. Mein Vater war ein Muslim, und er – typisch für die meisten muslimischen Männer – interessierte sich nicht für Frauen, außer als Zuchtstuten und Sklavinnen, die in Verwahrung gehalten werden müssen, um an den Meistbietenden verkauft zu werden, wenn sie reif genug waren.

Er kam als Student mit der Einwanderungswelle der 70er nach England, um sich einen Namen in der Welt zu machen. Vielleicht, als er damals das erste mal einen Fuß in dieses Land setzte, vielleicht fühlte er sich da frei. Ich möchte glauben, dass er einmal normal war, ein Mensch, der Träume hatte, und der nicht von der ewigen Unterwerfung zu einem anspruchsvollen Gott kontrolliert wurde. Ich werde es aber nie wissen, denn das sind nur meine eigenen Überlegungen. Mein Vater ist nun nicht mehr erreichbar für mich, nicht weil er gestorben ist, sondern weil er in meinen Augen tot ist, und deshalb werde ich ihn nie fragen können. Es ist wohl nicht weiter wichtig, denn viel mehr überwog das, was aus ihm wurde, das Gute, das er jemals besaß.

Er war jung, bloße 16, weshalb er dazu gezwungen war Dokumente zu fälschen, die bewiesen, dass er 18 und alt genug war, um eine Studentenvisa bewilligt zu werden. Ironischerweise floh er vor einem tyrannischen Vater, der ihn psychisch und körperlich mishandelte während seiner kurzen und harten 16 Jahren. Weiter zurückblickend, starb die Mutter meines Vaters, als sie ihn in den Bergen zur Welt brachte. Ich vermute sein Vater beschuldigte ihn, denn nichts was mein Vater jemals tat konnte den Hass mindern, den dieser Mann für meinen Vater fühlte. Das weiß ich, da ich sie sah wann immer ich nach Marokko mitgenommen wurde, und sie hatten nichts für einander übrig. Der selbe Hass zwischen Vater und Tochter, der in meinen Adern floss, floss auch in seinen Adern für seinen Vater. Es ist dieser Teufelskreis der Gewalt, in der Millionen von Familien auf der ganzen Welt gefangen sind. Meine Familie war da nicht einzigartig, aber die Fängen der Gewalt hatten meinen Familienstamm fest im Griff, als ich ein junges, wertloses kleines Mädchen war.

Muslimische Männer haben zwei Seiten an sich, die junge Seite, die von der Brigade für politische Korrektheit als der moderner Muslim angesehen wird, und die echte Seite, die muslimische Seite, jene in die sie hineinwachsen. Mein Vater lebte die erste Seite als er das erste mal hierher kam. Draußen trinken, feiern, Sex haben und Drogen rauchen. Er war so westlich auf den ersten Blick, selbst auf den zweiten Blick von Außenstehenden. Er schlenderte so herum ein paar Jahre lang, kein Gedanke an Religion, außer als Schuldgefühl, das er in seinem Kopf zurückdrängte, um viel später verarbeitet zu werden, weil er zu sehr Spaß hatte.

Bis meine Mutter in sein Leben kam; eine 5'5" [165cm] kleine, blonde, freche „englische Rose.“ Mein Vater war 19 und sie war 16. Sie war weggelaufen, um in den Zirkus einzutreten, voll von Hoffnung und Träumen nach eigener Wahl floh sie vor dem Unglück, das ihr geschah. Etwas, das sie ausreichend innerlich ruinierte, so dass sie über Jahre hinweg nicht imstande war sich gegen meinen Vater zu erheben. Nur geschädigte Frauen würden das hinnehmen was sie hinnahm, ich sollte es wissen, denn ich war dazu bestimmt diesen Teufelskreis fortzuführen.

Meine Mutter erzählt mir, dass es einmal gut zwischen ihnen war, ich konnte das nicht aus meiner eigenen Erinnerung von ihrem Zusammensein wissen, mein Erinnerungsvermögen reicht nicht zu den ersten vier Jahren meines Lebens. Nur ein paar Bruchstücke hier und da, Gefühle von Erinnerungen sozusagen.

Mein Vater tat das einzige, wovon er glaubte es könnte meine Mutter an sich binden: er heiratete sie, und als sie 17 wurde gebar sie ihm das erste Kind. Ein Mädchen, meine ältere Schwester, die ihrerseits zu einer Abtrünnigen wurde, lange bevor ich es jemals zu träumen wagte, dass ich das tun könnte. Mein Vater wollte sein kleines Mädchen nicht um sich haben, da sie ihn an sein Versagen erinnerte. Also nahm er sie nach Marokko mit und ließ sie dort zurück bei seiner Stiefmutter und seinem verhassten Vater, und kehrte zurück nach England, ohne meine Schwester.

Dann begannen die Prügel. Meine Mutter hatte versagt einen Sohn hervorzubringen und sein Stolz und seine primitiven Glaubensvorstellungen aus dem 7. Jahrhundert schrieben die Schuld gänzlich ihr zu. Sie war seine Zuchtstute, und sie würde wieder gebären, doch dieses mal könnte er vielleicht einen Sohn aus ihr herausprügeln. Er benötigte über ein Jahr um sie wieder zu schwängern. Sie erzählte mir, dass die Prügel damals nicht aufhörten, trotz der fortschreitenden Schwangerschaft.

Dieses Mal war sie mit einem Jungen schwanger, nicht dass sie das wusste, denn ihr Problem war, dass sie auch mit mir schwanger wurde, während sie bereits mit ihm schwanger war. Es ist sehr selten, dass so etwas passiert, aber das ist was sie mir erzählte, als ich sie letztendlich kennenlernte. Dass das zweite Baby manchmal zu einer Fehlgeburt des ersten Babys führt, und dass das mit mir und ihm passierte. Sie hatte eine Fehlgeburt meines Bruders im 5. Monat, und zu dieser Zeit glaubten sie es wären normale Zwillinge, und dass einer sich noch festklammerte. Mein Vater war am Boden zerstört und dennoch ermutigt zur selben Zeit; er war überzeugt, dass der Zwilling auch ein Junge sein würde.

Als ich geboren wurde, war ich nicht was erwartet war: weiblich, ein Nichts, nicht einmal wert angesehen zu werden. Wenn ich mich verbittert anhöre, dann weil ich es bin. Dank seiner herzlosen Behandlung von uns Mädchen, hasste ich es ein Mädchen zu sein. Ich lernte Scham für mein Geschlecht zu fühlen, und andere Frauen zu hassen, die manchmal daran beteiligt waren zu helfen, andere Frauen zu Sklavinnen zu machen. Doch ich schweife ab und wandere zu Gedanken, mit denen ich lieber abschließen würde.

Mein Vater sprang in ein Flugzeug und lud mich mit meiner Schwester ab, und kehrte wiedermal mit leeren Händen zu meiner Mutter zurück. Es war keine glückliche Ehe, aber was wusste ich schon über solche Dinge in diesem Alter. Ich kann dir nur erzählen, was ich seitdem gelernt habe.

Ich war in Marokko, ein Baby mit einer Schwester, die dachte die Farbe meiner Haut wäre ansteckend. Ein Gefühl, das sie nie wirklich richtig loswerden konnte, und welches ihr letztendlich jegliche Chance kostete mich als Teil in ihrem Leben zu haben. Ihr Rassismus war nichts Seltenes oder Ungewöhnliches, es war ein Nebenprodukt von arabischem Rassismus. Ich habe das Aussehen einer üblichen Berberin, und sie das einer arabischen Prinzessin; schneeweiß und deswegen höchst begehrenswert als Braut. Wenn Araber vortäuschen nicht rassistisch zu sein, sollte man sie ignorieren, denn sie schätzen helle Haut so hoch, wie jede andere Rasse es einmal getan hat.

Drei Jahre vergingen, sie in England, ich und meine Schwester in Marokko. Sie kamen als ich 3 Jahre alt war, um uns zurück nach England zu holen. Meine Mutter war wieder schwanger und mein Vater träumte wieder von einem männlichen Erben und von einer idealistischen Zukunft, die dieser wunderbare Junge allein mit seinem Dasein erschaffen würde.

Sie hatten ein neues Haus mit zwei Zimmern und vielleicht glaubten sie in ihrer Naivität, dass sie eine Chance hätten, dass seine religiösen und kulturellen Differenzen keine allzu große Kluft zwischen ihnen erschuf. Während sie stärker als je zuvor versuchte eine gute muslimische Frau zu sein, schüchterten sie die Prügel dermaßen ein, dass das Feuer, das einst in ihr brannte, nicht einmal mehr ein Flackern von sich gab. Es war kein Haus der Liebe, zu dem wir zurückkehrten, es war nur ein besseres Haus, in dessen vier Wänden sich die selbe Geschichte abspielte.

Meine Mutter sagte, dass sie nicht sicher sein konnte, ob es die Schläge waren, die die Blutungen verursachten, oder einfach nur ein natürliches Problem bei der Geburt, denn für sie war alles verschwommen als sie Babymädchen Nummer 3 zur Welt brachte und ihre Gebärmutter in derselben Nacht verlor. Was sie nie vergessen wird, ist als mein Vater ihr seelenruhig sagte, dass, da sie nun unfruchtbar sei, er sie scheiden würde, weil er einen Sohn brauchte.

Nicht lange danach, als meine jüngere Schwester 6 Monate alt war, verließ meine Mutter das Haus, um nie wieder zurückzukehren. Sie verließ ihn, und uns zurück bei einem Mann, der seine Töchter nicht genug liebte, um sie gesund oder liebevoll zu erziehen. Sie sagt, dass sie uns ihm überlassen hatte, weil sie dachte er würde uns niemals körperlich wehtun, was seltsam war, wenn man bedenkt, dass er keine Skrupel hatte ihr wehzutun. Die Wut, die ich auf sie habe, obgleich dies mit einem tiefen Verständnis verbunden war, hat mich nie verlassen und mein Verständnis war etwas, das ich erlangte als ich erwachsen wurde. Als ein Kind war sie einfach nur die Mutter, die uns zurückließ, weil sie sich nicht genug um uns scherte, um uns mitzunehmen. Nicht nur das, aber sie unternahm keine Versuche uns zu kontaktieren, und in den nächsten 15 Jahren stellte ich mir oft vor, dass mein Vater sie ermordet und sie hinten im Garten vergraben hatte, oder ein weiterer Gedanke, dass sie nach Hollywood davonrannte, um ein Star zu sein. Das erste Szenario schien immer viel realistischer zu sein, besonders wenn man meinen Vater kennen würde.

Das nächste was uns geschah war, dass wir in ein Kinderheim weggeschickt wurden, und es verging ein Jahr bevor wir unseren Vater wieder sahen. Es war aber eine großartige Zeit, das Kinderheim war herrlich, das Personal war höflich und fürsorglich, voller Herzlichkeit für all die Kinder hinter ihren Zimmertüren. Ich hatte Glück; zahlreiche Kinder, die dieses System durchgemacht haben, haben eine dunklere Seite entdeckt als ich. Wir waren ziemlich durcheinandergebrachte Kinder, und meine Schwester war einfach nur ein Baby. Dennoch schätzte ich die 3 Jahre sehr, die wir in diesem Heim verbracht hatten; wahrscheinlich war das die einzige Zeit, in der es mir jemals erlaubt war ein Kind zu sein – einfach nur ein Kind.

Wie ich sagte verging ein Jahr bevor wir unseren Vater wieder sahen, er kreuzte auf und begann sich wie ein Vater zu verhalten. Er würde uns jeden Freitag nach Hause mitnehmen und uns am Sonntag zurück ins Heim bringen. Er war verhielt sich wie ein guter Mann während dieser Zeit, und obwohl wir getrennt lebten, war es – wie gesagt – der schönere Abschnitt meines Lebens. Er begann mit einer Dame auszugehen, die auf uns im Heim aufpasste, und sie begann mit uns am Wochenende nach Hause zu gehen. Sie war entzückend, und als Ersatzmutter konnte man keine bessere kriegen. Am Ende dieser drei Jahre nahm uns mein Vater für immer nach Hause und die Dame aus dem Kinderheim zog bei uns ein. Es war eine wunderbare Zeit für uns, mein Vater war so ein andersartiger Mann und man sah es an seinem Verhalten zu uns an.

Es war nur eine kurzzeitige Erholung, denn für viele wird die Anziehungkraft der Tradition, der Religion und der Furcht vor der Hölle letztendlich immer das Leben jener ruinieren, die nicht imstande sind sich zu wehren. Sie war nicht wie meine Mutter und würde sich seinen primitiven Gedanken nicht gefügig machen, und er begann jene Reise auf dem Wege der Sterblichkeit, wenn sich am Horizont falsche Ängste eines Schicksals abzeichneten, das viel schlimmer war als der Tod. Mein Vater hatte endlos gesündigt, seitdem er in den verkommenen Westen gekommen war. Seine Schuldgefühle trieben ihn zürück in den Kult, wobei er uns auch mitnahm un unsere Gefangenheit sicherstellte.

Er entschied sich kurz vor meinem 7. Geburtstag auf Urlaub nach Marokko zu gehen, um den Segen seines Vaters zu erbitten, für seine bevorstehende Hochzeit mit der Dame aus dem Kinderheim. Vielleicht meinte er es ernst, als er ihr erzählte, dass er zurückkehren würde. Ich weiß sie glaubte es ihm, wir alle taten das. Sie blieb in England und kümmerte sich um das Haus, und wir bewegten uns zu noch mehr Veränderungen, von denen keine gut waren.

Mein Großvater – sein tyrannischer Vater – würde die Heirat nicht akzeptieren; wieder war es mit einer nicht-muslimischen Frau. „Schließlich,“ sagte er, „schau dir an wie die letze ihre drei Kinder verlassen hatte, eine muslimische Frau würde das niemals tun.“ Nein, mein Vater brauchte eine marokkanische Jungfrau, eine muslimische Braut, die ihm Söhne geben würde. Mein Vater wehrte sich einfach nicht. Er heiratete die Frau, die sie für ihn auf diesem Urlaub ausgesucht hatten. Der erste Tag, an dem wir sie trafen, war bei der Hochzeit, und obwohl wir Besorgnis hatten, waren wir bloß Kinder und hatten kein richtiges Mitspracherecht in dieser Angelegenheit. Meine ältere Schwester war am Boden zerstört wegen des Untreue meines Vaters, denn sie liebte die Frau, die zu Hause wartete, aus ganzem Herzen. Es bestand nie wirklich eine Möglichkeit, dass meine Schwester diese neue Frau lieben könnte, die nicht einmal unsere Sprache sprechen konnte, auch konnten wir ihre nicht sprechen.

Sie schien mir okay zu sein, aber ich war ein sehr vertrauensvolles Kind und wollte das Beste in jedem sehen. Das Leben hat mir längst das Gegenteil gelehrt, aber damals war alles möglich. Ich sprach ein paar schüchterne, dürftige marokkanische Worte zu ihr, um ihr zu zeigen, dass wir gute Kinder waren, und das war es dann auch schon. Wir kehrten nach England zurück, sie blieb in Marokko, wartend auf ein Visum für ihre Zuwanderung, um mit meinem Vater zusammen zu sein.

Die Dame aus dem Kinderheim, dessen Name ich nicht erwähnen möchte, weinte sehr als mein Vater es ihr erzählte. Ich erinnere mich, dass ich auch weinte, denn ich liebte sie und wollte nicht, dass sie geht, aber natürlich tat sie das und an ihre Stelle kam eine muslimische Frau, handerlesen, um meinem Vater zu dienen und um sich um uns zu kümmern. Das war die Zeit, als mein Vater sich völlig der Religion widmete, aufhörte Spaß zu haben und begann für seine Seele zu beten. Das war die Zeit, als die Prügel anfingen. Als sie kam und er ein ordentlicher Muslim wurde, waren sie beide für eine lange Zeit der Stoff aus dem Alpträume gemacht werden.

Wir Mädchen brauchten ordentliches Training; uns musste der Geist herausgeschlagen werden, um uns viel mehr gefügig und unterwürfig zu machen, wenn die Zeit für die Ehe gekommen war. Vor der Hochzeit lehrte mir mein Vater selbst das Lesen, und ich lernte sehr jung, eignete mir die Zeitung meines Vaters an, dann seine Bücher. Ich machte eine geistige Reise durch den Herr der Ringe, als ich 7 Jahre alt war. Er war stolz auf mich damals, und ich genoss diese Aufmerksamkeit. Nach der Hochzeit missbilligte er das Lesen von Sachen, die nichts mit dem Islam zu tun hatten. Er zerriss meine Bücher in einer ungeheuren Wut und schmiss sie weg. Und sie verbrannte unser Spielzeug und all die Bilder unserer leiblichen Mutter.

Er begann uns beizubringen Arabisch zu lesen und den Koran auswendig zu lernen. Jeden Abend gab er uns Unterricht und bis zum nächsten Tag mussten wir es auswendig können. Kein Gedanke wurde verschwendet, ob wir die Wörter verstanden, die wir gezwungen waren einzuprägen. Das spielt keine wichtige Rolle, das Ziel ist einfach, es wie ein Papagei ins Gedächtnis einzuprägen. Wenn wir unsere Lektion nicht bestanden, dann wurden wir geschlagen. Die Wahl der Hilfsmittel meines Vaters, um uns zu schlagen, erstreckten sich von einer Peitsche bis zu Elektrokabeln. Er zwang uns still zu stehen während er uns schlug bis wir bluteten, und wenn wir uns ein wenig bewegten würde es länger weitergehen. Ich beherrschte wirklich die Kunst, während den Prügel abzuschalten, und konnte das meiste still durchstehen, aber anfangs zuckte ich die ganze Zeit vor Schmerzen und das machte es um so schlimmer, als ich dies tat. Manchmal wenn er wirklich wütend war, würde er Salz oder Chili in unsere Wunden einreiben, und das war das Ausmauß seiner Grausamkeit. Er wollte pflichtbewusste Töchter, solche die ihn nicht beschämen würden, und er würde jegliche Gewalt anwenden um dies sicherzustellen.

Meine Stiefmutter übertraf ihn, wenn es darum ging uns auf geistreiche und grausame Art zu bestrafen. Sie erhitzte Messer bis sie rot leuchteten und sie legte die Klingen auf unsere Fußsohlen, um uns zu verbrennen, damit wir nicht richtig gehen konnten. Sie zwang uns Babyfäkalien vermengt mit Chili zu essen, und sie peitschte uns aus wenn wir kotzten, was wir jedesmal mussten. Sie war völlig geistesgestört und hatte sogar einmal ein Messer in die Hand ihres jüngeren Bruders gerammt, als er beim Stehlen erwischt wurde (sie sagte es war notwendig, um ihn vor dem Abhacken seiner Hand zu bewahren, so wie es das islamische Gesetz will.)

Ihr erstes Kind war ein Mädchen, mein Vater hatte schon längst den Gedanken aufgegeben einen Sohn zu bekommen, und er schleppte sich nur noch dahin und fristete ein jämmerliches Dasein. Der Druck auf einem muslimischen Mann die Ehre seiner Familie zu beschützen ist größer, wenn er Töchter hat, im Vergleich zu Söhnen*. Obwohl die Männer so dargestellt werden wie wenn sie einen unersättlichen sexuellen Appetit haben, wird im Islam den Frauen die Schuld gegeben. Es sind die Frauen, die als Verführende angesehen werden und jene, die viel wahrscheinlicher außerhalb der Ehe Sex haben. Eine nicht-jungfräuliche Tochter ist die größte Schande eines muslimischen Mannes, was auch der Grund dafür ist, warum Töchter nicht so sehr geschätzt werden wie Söhne. Im Islam kann ein Mann das Paradies erreichen, wenn er 3 oder mehr seiner Töchter verheiratet, also ist es das Ziel sie frisch zu halten bis jene Zeit da ist.

Wie stellst du sicher, dass deine Töchter nicht abirren, wenn es in der Natur des Weibchens liegt abzuirren? Kontrollieren, verschleiern, einsperren – das sind die üblichen Methoden und mit diesen wurden wir erzogen. Prügel ohne Ende, die nie provoziert waren, bewirkten, dass wir furchtsam und gehorsam blieben. Vergehen waren unter anderem, wenn wir das Geschirr nicht schnell genug abwuschen, wenn wir das Essen versalzten, wenn wir die Kleider nicht schnell genug bürsteten. Wenn wir nicht rechtzeitig beteten, wenn wir nicht genug Koran lernten. Ich wurde geschlagen, wenn sie mich dabei erwischten Bücher zu lesen, die nicht islamisch waren, und wie gesagt, ich liebte es zu lesen, es war wahrscheinlich mein beständigster Ungehorsam ihnen gegenüber. Ich habe versteckt im Bett gelesen und begann meine Lieblingsbücher zu sammeln, die ich kaufen würde, wenn es bei der Bücherei einen Abverkauf von alten Büchern gab. Ich hab sie unter meinem Bett versteckt, was ein ziemlich dummer Ort für ein Versteck war, und das Sammeln von so einer Menge war auch ziemlich dumm, weil die spätere Auffindung der Bücher nur eine Frage der Zeit war. Ich habe die Bücher geliebt, weil sie für mich eine Flucht aus der Wirklichkeit waren, die ich als wertloses muslimische Mädchen brauchte, um etwas Hoffnung aufrechtzuerhalten, dass das Leben besser werden könnte.

In diesen Seiten vertieft konnte ich eine Frau mit Rechten und mit Macht sein und ich würde nie wieder unterdrückt werden, aber die Bücher kamen immer zu einem Ende, und damit würde auch die Realität niederschmetternd zurückkommen. Meine Eltern fanden das Bücherversteck und schlugen mich so heftig, dass ich 3 Wochen lang nicht mehr in der Lage war die Schule zu besuchen, bis die Verletzungen in meinem Gesicht genug heilten – glücklicherweise sind alle Kinder schulpflichtig in Großbritannien, andernfalls wäre mir selbst das verweigert worden. Sie verbrannten alle Bücher. Trotzdem las ich weiterhin, aber ich hab es einfach nicht mehr riskiert Bücher zu Hause aufzubewahren.

Oft saß ich am Fenster und starrte die anderen Kinder an, die draußen spielten. Ich wünschte wie sie zu sein, und dass es mir erlaubt wäre genauso wie sie Spaß zu haben und zu lachen. Meine Eltern sagten, wäre ich ein Junge gewesen, dann hätte ich draußen spielen können, aber als Mädchen war so etwas unnötig. Ich wollte mal ein Fahrrad, so dass ich lernen konnte wie man eins fährt, aber das Risiko für unser Jungfernhäutchen war zu hoch, und ein Mädchen ohne ist viel wertloser als ein Mädchen mit Jungfernhäutchen.

Alles hatte einen sexuellen Unterton. Meine Stiefmutter missbilligte das Umarmen von männlichen Familienmitgliedern, damit wir nicht auf falsche Gedanken kommen würden, aber nicht etwa damit sie solche vermieden. Damit wir durch unser Verhalten und unseren jungen, vorpubertären Körpern einen Mann nicht vom Pfad der Rechtschaffenheit abbringen würden. Die Verschleierung war nicht genug; das islamische Kopftuch war in ihren Augen selbst auf einem Kind immer noch zu verführerisch. Unser Vater stattete stichprobenartig Besuche bei unserer Schule ab, um zu sehen, ob wir noch verschleiert waren, weil er uns nicht vertrauen konnte. Ich verabscheute das Kopftuch; es war heiß, juckend und schirch in meinen Augen. Es war eine ständige Erinnerung daran, dass ich nur ein wertloses Mädchen war. Ich riskierte es aber nicht es abzunehmen; die Prügel, die meine Schwester erhielt, als sie sie ohne ihres erwischten, waren für den Rest von uns hinreichend, so dass wir den selben Fehler nicht ebenfalls begehen würden*.

Es war die erste Verbrennung, die meine Schwester durchmachen musste, und alles nur, weil es Turnunterricht in der Schule gab und weil sie deshalb das Kopftuch abgelegt hatte. Meine Stiefmutter zwang uns daneben zu sitzen und zuzusehen wie meine Stieftante meine älteste Schwester festhielt, während sie die erhitzte Klinge benutzte, um ihr die Fußsohlen zu verbrennen. Ich erinnere mich immer noch an den Geruch, es war übelkeiterregend und ihre Schreie entsetzten uns. Es dauerte über einen Monat bis meine Schwester ordentlich auf ihren Füßen stehen konnte, da die Verbrennung sich entzündete. Nur einige Monate später verbrannte sie mich und wieder meine älteste Schwester auf die selbe Weise und meine Schreie übertönten ihre zu dieser Zeit. Ich war 9 Jahre alt.

Ich kann mich nicht mehr erinnern wie alt ich bei meinem ersten Selbstmordversuch war, es war im Kindesalter so viel ist sicher, und glücklicherweise waren es die Verhütungspillen meiner Stiefmutter. Ich war zu jung, um zu verstehen, dass es nichts anrichten würde. Es war bezeichnend für meinen Seelenzustand, sterben zu wollen, ein Junge sein zu wollen, nichts weiter als Eltern zu wollen, die mich nicht fast tagtäglich blutig schlugen. Mein Körper trägt immer noch Narben an manchen Stellen – eingraviert auf meinem Körper ist eine Geschichte der Gewalt, die solange währen wird wie ich es werde.

Mein zweiter Selbstmordversuch passierte als ich 11 Jahre alt war. Es war nur ein wenig erfolgreicher, da ich dieses Mal ein besseres Gift gewählt hatte. Ich nahm so viel Paracetamol wie ich finden konnte – was ziemlich viel war – und schluckte es, nachdem ich öffentlich in Marokko auf brutale Weise verprügelt wurde. Ich machte mich nur selbst damit krank, so krank, dass ich wirklich dachte, ich wäre erfolgreich bei diesem Mal. Mein Onkel eilte, um meinen Vater zu holen, als er mich auf dem offenen Dach fand, während ich eine völlig schwarze Gallenflüssigkeit erbrach. Mein Vater sagte, ich solle dem Tod überlassen werden. Er kümmerte sich nicht mehr weiter um meine Verfassung. Ein Weibchen weniger, über das man sich sorgen machen musste – darin bestand kein Zweifel. Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits einen geschätzten Sohn, für dessen Beschneidung wir nach Marokko gekommen waren. Mich zu verlieren war etwas Nebensächliches.

Am Tag der Beschneidung besuchte uns ein Mann aus dem Dorf, er trug keine sterile Ausrüstung bei sich, aber meine Eltern bevorzugten diese Methode gegenüber der, die in England angeboten wird. Ohne Schmerzlinderung durchgeführt von einem Muslim mit einer rostigen Klinge. Ich war das jungfräuliche, nicht-menstruierende Mädchen, das als Altar diente, auf den sie meinen Bruder legten – ich war auf allen Vieren und er lag quer auf meine Rücken und schaute hinauf. Ich vermute es ist eine kulturelle Variation, da keine meiner späteren Recherchen gezeigt haben, dass ein Mädchen bei der Beschneidung eines Jungen das Altar sein musste, doch das war die Weise, in der es getan wurde.

Es war schnell vorbei; ein bisschen abergläubischer, islamischer Schwachsinn wurde über meinen weinenden Bruder rezitiert, während alle um uns herum jubelten. Geschenke wurden gebracht und zwei Schafe wurden oben auf dem Dach geopfert. Ich schaute bei den Opferungen zu, weil mein Vater darauf bestand, dass wir zusehen sollten. Der Metzger hielt das Schaf am Boden fest und neigte den Kopf zurück, um den Hals freizulegen. Dann rief er Allah an, während das Messer die Kehle durchschnitt und Blut überall hinspritzte.

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